2022

January

WoC GradNet Lecture Series #1: Diskursive Konflikte

Reiner Keller (Augsburg): „Über Anlässe und Formen des diskursiven Widersprechens“

Digitaler Vortrag von Prof Dr. Reiner Keller (U Augsburg) Moderation: Jonas Trochemowitz (U Bremen)

Der Vortrag geht aus wissens- und diskurssoziologischer Perspektive der Frage nach, welche Entwicklungen die gegenwärtige westliche „Umordnung der Diskurse“ nimmt, was das für die Prozessierung diskursiver Konflikte impliziert und wie dies diskursdiagnostisch eingeschätzt werden kann. Dabei werden als zwei mögliche Alternativen einerseits die Entfaltung und Stabilisierung gegeneinander abgeschotteter Diskursuniversen, andererseits die Konstellation einer möglichen kosmopolitschen Diskursivität entfaltet.

Donnerstag 27.01.22 | 18.00 – 20.00 Uhr (s.t.) | Anmeldung per E-Mail bis zum 26.01.22 bei Jonas Trochemowitz E-Mail

WoC GradNet Lecture Series #1: Diskursive Konflikte

Reiner Keller (Augsburg): „Analyseperspektive der Wissenssoziologischen Diskursanalyse“

In dem digitalen Workshop mit Prof. Dr. Reiner Keller wird es darum gehen, wie wissenssoziologische und diskursanalytische Methoden und Perspektiven interdisziplinär offen auf diskursive Konflikte und Widersprüche bezogen werden können. Dazu eingeladen sind Interessierte aller Fachrichten, insbesondere Nachwuchswissenschaftler*innen (MA, PhD und Postdoc), aber auch Studierende.

Vorbereitungslektüre [Open Access]:

Keller, Reiner. 2012. Entering Discourses: A New Agenda for Qualitative Research and Sociology of Knowledge. In: Qualitative Sociology Review 2012, Vol. VIII Issue 2, S.46-55. Link

Keller, Reiner. 2012. Zur Praxis der Wissenssoziologischen Diskursanalyse. In: Reiner Keller, Inga Truschkat (Hrsg.): Methodologie und Praxis der Wissenssoziologischen Diskursanalyse. Band 1: Interdisziplinäre Perspektiven. Wiesbaden: Springer VS, S.27-68. Link

Keller, Reiner. 2019. Die Untersuchung von Dispositiven: Zur fokussierten Diskurs- und Dispositivethnografie in der Wissenssoziologischen Diskursanalyse. In: Saša Bosančić, Reiner Keller (Hrsg.): Diskursive Konstruktionen. Kritik, Materialität und Subjektivierung in der wissenssoziologischen Diskursforschung. Wiesbaden: Springer VS, S. 51-74. Link

Freitag 28.01.22 | 09:30 – 11.00 Uhr (s.t.) | Anmeldung per E-Mail bis zum 26.01.22 bei Jonas Trochemowitz E-Mail

February

lecture series: the sea is rising and so are we?

Nikhil Anand (Pennsylvania): „Dwelling in the inhabited sea“

Über die Ringvorlesung „The Sea is Rising and so are We? Klimawandel und Sozialökologische Transformation“

„The Sea Is Rising And So Are We“ ist ein zentrales Motto von Klimaaktivist*innen rund um den Globus. Die Krise des Planeten und seine weitere Gefährdung sind heute unmittelbar greifbar. In ihrer Dringlichkeit stellt die Krise vieles in Frage: Formen der Energieproduktion und -nutzung, des Wirtschafts- und Konsumverhaltens, Konzepte von (Un)Gerechtigkeit, Eigentum und Gemeingütern (commons), sowie den Umgang mit globaler Ungleichheit und sozialer Prekarität.

Welche Beiträge zum Wissen über diese Krise und zum Umgang mit ihr leisten die Sozial- und Geisteswissenschaften – und wie kommen diese Beiträge in die politische Praxis? Das ist die zweiteilige Frage, die im Zentrum der Vortragsreihe steht. Eingeladen zur Diskussion sind alle Universitätsangehörigen, besonders BA- und MA-Studierende aller Studiengänge und ganz besonders Studierende der Geographie, Ethnologie und Kulturwissenschaft.

Wie hängen Umweltzerstörung, Klimawandel und Kolonialismus zusammen? Welche Impulse und Initiativen gehen von „ResearcherActivists“ für Wissenschaft und Gesellschaft aus? Mit welchen methodologischen oder ethischen Problemestellungen haben sie zu kämpfen? Was tut unsere eigene Uni jetzt, mit welchen Konsequenzen? Warum sind Fragen von Umwelt- (Un)Gerechtigkeit genauso wichtig wie Messungen der Eisschmelze in der Antarktis? Und wie hängen Natur- und Gesellschaftswelten zusammen, mit welchen Konzepten und Perspektiven können diese Verbindungen anders gestaltet werden?

KONZEPT & KOORDINATION

Michael Flitner (artec Forschungszentrum Nachhaltigkeit), Jaqueline Buhk, Andrea Mühlebach und Michi Knecht (IfEK – Institut für Ethnologie und Kulturwissenschaft) in Kooperation mit BNCL, dem Bremen NatureCultures Lab sowie WoC – Worlds of Contradiction

Anmeldeverfahren: Für jede Sitzung ist eine Anmeldung erforderlich. Hierzu bitte jeweils bis zum Vorabend, 20:00 Uhr des Veranstaltungstages, per E-Mail anmelden. Ein Link für die Online-Veranstaltungen sowie weitere Infos folgen nach der Anmeldung.

***

THE SEA IS RISING AND SO ARE WE? Climate change and social-ecological transformation
„The Sea Is Rising And So Are We“ is a central slogan of climate activists around the globe. The crisis of the planet and its further endangerment are tangible and obvious. The urgency of the crisis calls into question many things: forms of energy production and use, economic and consumer behaviour, concepts of (in)justice, property and the commons, as well as how societies are to deal with global inequality and social precarity. What are the contributions of the humanities and social sciences to our knowledge about and our dealing with this crisis? And how are these contributions brought into political practice?

This is the two-part question at the heart of the lecture series that will take place in the winter semester 2021/22 on Tuesday evenings (6-8 pm), in part as hybrid events at the University of Bremen and in part virtually. We invite all university members into our discussion and aim at BA and MA students from all degree programmes, especially students of geography, anthropology, and cultural studies.

How are environmental destruction, climate change and colonialism connected? What impulses do researcher/activists give to science and society and what methodological and ethical problems do they have to contend with? What is our own university doing now, with what consequences? Why are questions of environmental (in)justice as important as measurements of ice melt in Antarctica? How are natural and social worlds entangled and how can novel conceptualizations and perspectives reshape those entanglements?

Please register for this lecture via E-Mail. Registration will be possible until the evening before the event, 8pm CET. A Link for the meeting and more information will follow shortly after.

lecture series: (un)doing linguistic and cultural differences

Daase, Karakaşoğlu, Korff: „Herstellung von Differenzen durch Sensibilisierung – Herausforderungen und Schnittmengen aus drei Perspektiven“

ÜBER DIE RINGVORLESUNG „(UN‐)DOING LINGUISTIC AND CULTURAL DIFFERENCE – (SPRACHLICHE) PRAKTIKEN IN DER MIGRATIONSGESELLSCHAFT“

Ringvorlesung im Rahmen des WoC‐Labs „Mehrsprachigkeiten im Widerspruch – Widersprüchliche Perspektiven auf und Kategorisierungen von Mehrsprachigkeit – Mehrsprachigkeit als Widerspruch“

Wintersemester 2021/2022 Dienstag, 18:15 – 19:45 Uhr, SFG 0150 Veranstalterin: Andrea Daase

Ausgehend von einem Verständnis von Sprache als sozialer Praxis, welches die Körperlichkeit der Praktiken als auch die Wirkmächtigkeit von Diskursen und impliziten Wissensordnungen einbezieht, soll in der Ringvorlesung der Frage nachgegangen werden, wie sprachliche und kulturelle Heterogenität durch (sprachliche) Praktiken hergestellt, aufrechterhalten, zugeschrieben oder verunmöglicht wird. Dabei sollen sowohl diverse Perspektiven wie auch Differenzen innerhalb der Praktiken und damit Widersprüchlichkeiten in den Blick genommen wer‐ den, welche sich aus der Kontingenz des menschlichen Lebens ergeben.

Die Ringvorlesung stellt den ersten Teil einer Ringvorlesungsreihe dar, der im Sommersemester 2022 die Veranstaltung „Perspektiven auf Theorien und aktuelle empirische Ansätze: Beiträge der angewandten Sprachwissenschaft(en) und weiterer Disziplinen zu Fragestellungen der Mehrsprachigkeit“, geleitet von Dr. Anna Mattfeldt, folgt. Als Abschluss der gesamten Ringvorlesungsreihe sind eine Podiumsdiskussion zum anwendungsbezogenen Thema „Der schulische Umgang mit sprachlicher Heterogenität“ (Diskutant*innen aus Wissenschaft, Schulorganisation und Unterrichtskontexten) sowie ggf. eine literarische Lesung geplant.

Zugangsdaten für dem Zoom-Livestream im Programm der Ringvorlesung.

book presentation and discussion

Ethnography as Counter-Investigation?

Book presentation and discussion with Didier Fassin

Death of a Traveller. A Counter-Investigation. Polity 2021.

In his last book, Didier Fassin examines a blatant case of police violence and institutional racism. A young man, belonging to the Traveller community, fails to return to prison after a temporary release. The search operation of a special unit of the French gendarmerie ends with the fugitive shot dead on his parents’ farm. Afterwards contradictory accounts of the fatal event are given. The gendarmerie speaks of inevitable self-defense; the family reports of a sequence of exaggerated brutality that culminates in the execution of their relative. During the following judicial investigation, the family’s account is marginalized and eventually disregarded; the officers’ version prevails.

Based on interviews as well as a careful reading of official documents and judicial reports, Didier Fassin carries out a counter-investigation. Giving each version of the narrative the same credit, he exposes the inconsistencies that the court ruling, finally discharging the officers, had ignored. As a result, Fassin counters the authoritative “judicial truth” with an alternative “ethnographic truth” that aims at re-opening a legally closed story and hereby returning respectability to the victim and his family.

In this online meeting Didier Fassin will discuss with members of the commission “Ethnographies of the Political” about the particular genesis of the book, its main concepts, arguments and textuality. A specific emphasis will be put on counter-investigation as a methodology to intervene into political and judicial processes via ethnography. We will explore the characteristics and potentials of counter-investigation in relation to further approaches and strategies of a Public Anthropology.

Please register by sending an email to Natasha Deasy. You will receive a zoom-link the day before the event.

Didier Fassin is the James D. Wolfensohn Professor at the Institute for Advanced Study in Princeton and a Director of Studies at the École des hautes études en sciences sociales in Paris.

For further information about the book “Death of a Traveller”, please consult this recent review (in German).

This event is organized by the commission “Europeanization_Globalization: Ethnographies of the Political” (Deutsche Gesellschaft für Empirische Kulturwissenschaft) in cooperation with the U Bremen Excellence Chair Research Group “Soft Authoritarianisms”: https://softauthoritarianisms.uni-bremen.de