2026

May

Vortrag | Ringvorlesung Gefährdete Demokratie Teil III | WOC & Profs gegen Rechts

Rahel Jaeggi (Berlin): Regression der Demokratie

Der Vortrag ist Teil der Ringvorlesung „Gefährdete Demokratie“ von Profs gegen Rechts an der Universität Bremen.

Seit längerem ist das Erstarken anti-demokratischer Tendenzen und Kräfte in Deutschland und vielen anderen Teilen der Welt beobachtbar. Diese sind auf komplexe Weise mit Rassismen, Antisemitismus, Islamophobie, virulenten Sexismen, Klimawandelleugnung, neoliberalen Austeritätspolitiken und einem tiefgreifenden Anti-Intellektualismus und Nationalismus verzahnt. Auch die Wissenschaftsfreiheit wird zunehmend von politischer Seite (vgl. u.a. die sogenannte Fördergeld-Affäre im BMBF) entweder stark angegriffen oder allgemein als Freiheit zur Diskriminierung begriffen.

Vor diesem Hintergrund veranstaltet das Netzwerk „Profs gegen Rechts“ an der Universität Bremen in Kooperation mit der Verbundforschungsplattform Worlds of Contradiction (WOC) unter dem Titel „Gefährdete Demokratie“ eine über mehrere Fachbereiche hinweg organisierte Vorlesungsreihe, die sich der Verwundbarkeit demokratischer Prinzipien aus unterschiedlichsten Perspektiven nähert und die Universität als Ort des offenen Diskurses in Zeiten seiner Bedrohung stärken möchte.

Eingeladen werden Personen aus der Wissenschaft und dem öffentlichen Leben, die sich u.a. dem Verfassungsrecht, der Rechtsextremismusforschung, Rassismen in der Medienlandschaft und der Hochschul- und Klimapolitik der AFD widmen. Die Vorlesungsreihe wendet sich an alle Angehörigen der Universität Bremen sowie eine interessierte außeruniversitäre Öffentlichkeit und stellt die Frage nach der Verwundbarkeit demokratischer Gesellschaftsformen sowie die Arten und Gründe ihrer Gefährdungen ins Zentrum unseres Gesprächs.

Diese Ringvorlesung ist hybrid, für den Zoom-Link bitte noellen@uni-bremen.de kontaktieren.

Prof. Dr. Rahel Jaeggi ist Professorin für Praktische Philosophie, Rechts- und Sozialphilosophie an der Humboldt-Universität zu Berlin und leitet seit 2018 das Center for Humanities and Social Change in Berlin. Sie ist die Autorin von Entfremdung (2014), Kritik von Lebensformen (2018), Sozialphilosophie. Eine Einführung (gemeinsam mit Robin Celikates, 2017), und Co-Autorin von Capitalism – A Conversation in Critical Theory (2018) mit Nancy Fraser.  Ihr jüngstes Buch Fortschritt und Regression (2023) ist im Herbst 2025 bei Harvard University Press als Progress and Regression erschienen.

WOC Book Talk #3

Hanna Mittelstädt, Nora Sdun (Hamburg) & Ehler Voss (Bremen): Kategorische Impertinenz • Die sürrealistische Revolution

KATEGORISCHE IMPERTINENZ • DIE SURREALISTISCHE REVOLUTION: Lesung und Gespräch mit Hanna Mittelstädt, Nora Sdun & Ehler Voss

Der Hamburger Textem Verlag veröffentlichte 2025 die Übersetzung der legendären Zeitschrift »La Révolution Surréaliste« zusammen mit einer Gebrauchsanweisung in Form einer Ausgabe der Zeitschrift Kultur & Gespenster. Die zwölf Ausgaben der surrealistischen Revolution erschienen von 1924 bis 1929 und wurden ein Hauptdokument des französischen und internationalen Sürrealismus, der Widerspruch und Widersprüchlichkeit ins Zentrum einer produktiven Verweigerung rückte.

Auszüge aus dem umfangreichen Magazinkorpus lesen: Hanna Mittelstädt & Nora Sdun.

Im Anschluss Gespräch mit Ehler Voss von Worlds of Contradiction (WOC) über die Rezeption des Surrealismus in der westdeutschen Gegenkultur, ihre politischen Implikationen und Explikationen und die Frage nach den Folgen für historische und gegenwärtige Konzeptionen und Möglichkeiten radikaler Zukünfte.

Dazu rebootet die Mitgründerin der Edition Nautilus, Hanna Mittelstädt, ihr Gehirn auf der Version von Mitte der 1970er Jahre, als sie als junge Anarchistin zum ersten Mal begeistert Texte der Sürrealisten las. (Ein Hinweis vorweg: Es hat etwas mit »Revolution zuerst und für immer« zu tun).

21. Mai 2026 | 19:00 Uhr
Weserburg Museum für moderne Kunst

Kontakt: woc@uni-bremen.de & post@textem.de

Vortrag | U Bremen WOC International Guestprofessorship 2026, Profs gegen Rechts, Weserburg und Arbeitnehmerkammer Bremen

Dagmar Herzog (New York): Der neue faschistische Körper

Welche neuen Erkenntnisse über die libidinöse Anziehungskraft diverser Faschismen gewinnen wir, wenn wir Sexualpolitik und Behindertenpolitik gemeinsam betrachten, und wie hängen eugenische Phantasmen und tödliche Boshaftigkeit gegenüber Unvollkommenheit mit dem Versprechen transgressiver Lust zusammen? Dagmar Herzogs Vortrag befasst sich mit den komplexen Wechselwirklungen zwischen den Vergangenheiten der 1890er bis 1930er Jahre und unserer postmodernen Gegenwart der 2020er, wobei ein besonderes Augenmerk nicht nur auf den „sexy Rassismus“ und die obsessive Behindertenfeindlichkeit, sondern auch auf das Vergnügen an der Instabilität der Wahrheit und dem Spaß an forcierter Widersprüchlichkeit gerichtet wird, die allesamt den Aufstieg der AfD beflügelt haben. In ihrem Vortrag und dem anschließendem Gespräch mit dem Politikwissenschaftler Martin Nonhoff (WOC & Profs gegen Rechts) geht Herzog durch eine Bezugnahme auf das in der Ausstellung “So wie wir sind” präsentierte Text-Gemälde “I want a president” (1992) der US-Künstlerin Zoe Leonard auch auf die gegenwärtigen Entwicklungen in der US-Politik und -Gesellschaft ein.

Dagmar Herzog ist Professorin für Geschichte am Graduate Center der City University of New York und U Bremen WOC International Guest Professor 2026.
1991 promovierte Dagmar Herzog an der Brown University mit einer Arbeit über Religionspolitik in den 1830er–40er Jahren im vorrevolutionären Baden, war von 1991 bis 2005 zunächst Assistant und später Associate Professor of History an der Michigan State University bevor sie 2005 als Professor of History an das Graduate Center, City University of New York wechselte, wo sie seit 2012 Distinguished Professor of History and Daniel Rose Faculty Scholar ist. Von 1993–94 war sie Andrew W. Mellon Fellow an der Harvard University, von 2002–03 Mitglied der School of Social Science am Institute for Advanced Study in Princeton, und 2013 Visiting Research Scholar am Shelby Cullom Davis Center for Historical Studies an der Princeton University und hatte Gastaufenthalte an der Université Paris II (Panthéon-Assas), der Friedrich Schiller-Universität Jena, der Freien Universität Berlin, der Johns Hopkins University, der Cornell University und dem Institut für Sozialforschung.
Dagmar Herzog forscht seit langem zur Geschichte der Sexualität, Religion und des Holocausts mit besonderem Fokus auf faschistische Körperpolitiken und die Geschichte der Eugenik und den gesellschaftlichen Umgang mit Menschen mit Beeinträchtigung in Deutschland und den USA. Sie stellt dabei heraus, wie sich Ideen von Eugenik mit Ideen von Sexualität und Körperlichkeit in einem erotisierten Rassismus verweben und nimmt durch den Nachweis der historischen Kontinuitäten der Eugenik immer wieder auch einen erhellenden Bezug auf die aktuelle politische Situation in Deutschland und den USA mit dem sie unter anderem die Funktionalität des Widerspruchs in den Politiken der extremen Rechten und die Rolle der desorientierten sogenannten Mitte herausarbeitet.

Die Veranstaltung ist eine Kooperation von Worlds of Contradiction mit Profs gegen Rechts, der Weserburg Museum für moderne Kunst und der Arbeitnehmerkammer Bremen.

June

Vortrag | WOC Bremen NatureCulture Lab

Felipe Fernandes (Freiburg): Water, Infrastructure and Urban Violence in the Port-City of Buenaventura, Colombia

Nähere Informationen folgen.

WOC intern

WOC Mitgliederversammlung

Die Mitgliederversammlung findet hybrid statt, eine Einladung erfolgt zwei Wochen vor der Sitzung.

WOC Summer Lecture | U Bremen WOC International Guestprofessorship 2026 & Institut für Geschichtswissenschaft

Dagmar Herzog (New York): Eugenische Phantasmen. Die lange Vor- und Nachgeschichte der NS-“Euthanasie”-Morde

Was haben die „eugenische“ NS-Zwangssterilisierungskampagne und die hunderttausendfachen „Euthanasie“-Morde mit der Fantasie zu tun, dass die Deutschen ein starkes, schönes – und nicht zuletzt auch kluges – Volk werden würden, und warum dauerte es so weit in die Nachkriegszeit hinein, bis die Verbrechen an Menschen mit Behinderungen als Verbrechen anerkannt wurden? Die Historikerin Dagmar Herzog verortet die Verfolgung und Ermordung von Menschen mit Diagnosen kognitiver Beeinträchtigung und psychiatrischer Krankheit durch die Nazis in einer weitaus längeren Geschichte der Verachtung gegenüber Schutzbedürftigen und dem Versprechen nationaler Größe, das den Aufstieg der Nazis zur politischen Macht mit ermöglichte. Auf der Grundlage einer Fülle seltener Archivbelege untersucht Herzog auch die ambivalente Verstrickung jener Fachleute aus Medizin, kirchlicher Wohltätigkeit und Pädagogik, die in erster Linie für die Bereitstellung von Unterstützung verantwortlich waren. Doch für jede Ära hebt sie auch Gegenstimmen hervor, die einfallsreich und mutig Widerspruch eingelegt haben, und zeichnet die langwierigen Kämpfe um die Etablierung einer Behindertenrechtsbewegung nach, die sich einem revolutionären neuen Menschenbild, der Förderung von Würde und Gerechtigkeit sowie neuartigen Praktiken von Care und Bildung verschrieben hat.


Dagmar Herzog 
ist Professorin für Geschichte am Graduate Center der City University of New York und U Bremen WOC International Guest Professor 2026.

1991 promovierte sie an der Brown University mit einer Arbeit über Religionspolitik in den 1830er–40er Jahren im vorrevolutionären Baden, war von 1991 bis 2005 zunächst Assistant und später Associate Professor of History an der Michigan State University bevor sie 2005 als Professor of History an das Graduate Center, City University of New York wechselte, wo sie seit 2012 Distinguished Professor of History and Daniel Rose Faculty Scholar ist. Von 1993–94 war sie Andrew W. Mellon Fellow an der Harvard University, von 2002–03 Mitglied der School of Social Science am Institute for Advanced Study in Princeton, und 2013 Visiting Research Scholar am Shelby Cullom Davis Center for Historical Studies an der Princeton University und hatte Gastaufenthalte an der Université Paris II (Panthéon-Assas), der Friedrich Schiller-Universität Jena, der Freien Universität Berlin, der Johns Hopkins University, der Cornell University und dem Institut für Sozialforschung.

Dagmar Herzog forscht seit langem zur Geschichte der Sexualität, Religion und des Holocausts mit besonderem Fokus auf faschistische Körperpolitiken und die Geschichte der Eugenik und den gesellschaftlichen Umgang mit Menschen mit Beeinträchtigung in Deutschland und den USA. Sie stellt dabei heraus, wie sich Ideen von Eugenik mit Ideen von Sexualität und Körperlichkeit in einem erotisierten Rassismus verweben und nimmt durch den Nachweis der historischen Kontinuitäten der Eugenik immer wieder auch einen erhellenden Bezug auf die aktuelle politische Situation in Deutschland und den USA mit dem sie unter anderem die Funktionalität des Widerspruchs in den Politiken der extremen Rechten und die Rolle der desorientierten sogenannten Mitte herausarbeitet.

Workshop | U Bremen WOC International Guestprofessorship 2026 & GRK 2686 Contradiction Studies

Dagmar Herzog (New York): Fascism’s Lingering. Antidisability Hostility in Past and Present

This collaborative workshop will engage in a close reading and critical analysis of primary source documents (in English translation) from 4 key moments in post-World War II German history: an excerpt of a transcript from a focus group discussion among working-class women held in 1950 in Frankfurt/Main, in which themes of Nazi sexual politics and the tenacious persistence of antidisability animus and “eugenic” propaganda are evident; excerpts from the testimony of coercive sterilization survivors and a historian advocating on their behalf at a session of the Bundestag in 1987; politicians’ cross-party motion of 2011 calling for a federal memorial to the victims of the Nazi “euthanasia” murders; and AfD and CDU campaign posters expressing opposition to inclusion of children with disabilities in mainstream schools.

Workshop for Early Career Scholars from all disciplines, in English, with preparatory reading required.

Registration: woc@uni-bremen.de

Vortrag | WOC Lab Pluriversale Erinnerungskulturen

David Mwambari (KU Leuven): Listening Otherwise: Orature, Arts-Based Methods, and Life Narratives of Refugee Mobility

The lecture will explore how we study memory in societies shaped by displacement, conflict, and loss. It will highlight creative, collaborative, and interdisciplinary approaches to understanding the lived experiences and life narratives of displaced people. The presentation will examine the role of orature and arts approaches, such as visual expression, performance, and narrative co-creation in knowledge production. Together, these approaches open up new ways of engaging with memory beyond conventional methods, especially in contexts where histories are fragmented, contested, or silenced. The lecture will draw on examples from Displaced Memory, Silences and Open Secrets- an ERC-funded project. The talk will explore how combining these qualitative research methods can enrich our understanding of displaced communities across Europe, the United States, and Africa.

David Mwambari is an associate professor in the Faculty of Social Sciences at Katholieke Universiteit Leuven in Belgium and the principal investigator for the European Research Council (ERC)-funded TMSS project on Life narratives of Violence Among Refugees in six countries. He is the author of many peer reviewed works including Navigating Cultural Memory published in Explorations in Narrative Psychology series (Oxford University Press, 2023), won the APCG Best Book Award at the African Studies Association in 2024 and the MSA First Book Award in Memory Studies Association in 2025. He is a core faculty and a board member at the Oxford Consortium on Human Rights, University of Oxford, and at the Centre for Mediation in Africa at the University of Pretoria.

Vortrag | Ringvorlesung Gefährdete Demokratie Teil III | WOC & Profs gegen Rechts

Andreas Petrik (Halle): Wie halten wir den neuen Faschismus auf? Wehrhafte Demokratie in Schule und Universität aus politikdidaktischer Sicht

Der Vortrag ist Teil der Ringvorlesung „Gefährdete Demokratie“ von Profs gegen Rechts an der Universität Bremen.

Seit längerem ist das Erstarken anti-demokratischer Tendenzen und Kräfte in Deutschland und vielen anderen Teilen der Welt beobachtbar. Diese sind auf komplexe Weise mit Rassismen, Antisemitismus, Islamophobie, virulenten Sexismen, Klimawandelleugnung, neoliberalen Austeritätspolitiken und einem tiefgreifenden Anti-Intellektualismus und Nationalismus verzahnt. Auch die Wissenschaftsfreiheit wird zunehmend von politischer Seite (vgl. u.a. die sogenannte Fördergeld-Affäre im BMBF) entweder stark angegriffen oder allgemein als Freiheit zur Diskriminierung begriffen.

Vor diesem Hintergrund veranstaltet das Netzwerk „Profs gegen Rechts“ an der Universität Bremen in Kooperation mit der Verbundforschungsplattform Worlds of Contradiction (WOC) unter dem Titel „Gefährdete Demokratie“ eine über mehrere Fachbereiche hinweg organisierte Vorlesungsreihe, die sich der Verwundbarkeit demokratischer Prinzipien aus unterschiedlichsten Perspektiven nähert und die Universität als Ort des offenen Diskurses in Zeiten seiner Bedrohung stärken möchte.

Eingeladen werden Personen aus der Wissenschaft und dem öffentlichen Leben, die sich u.a. dem Verfassungsrecht, der Rechtsextremismusforschung, Rassismen in der Medienlandschaft und der Hochschul- und Klimapolitik der AFD widmen. Die Vorlesungsreihe wendet sich an alle Angehörigen der Universität Bremen sowie eine interessierte außeruniversitäre Öffentlichkeit und stellt die Frage nach der Verwundbarkeit demokratischer Gesellschaftsformen sowie die Arten und Gründe ihrer Gefährdungen ins Zentrum unseres Gesprächs.

Prof. Dr. Andreas Petrik ist Professor für Didaktik der Sozialkunde/ Politische Bildung am Institut für Politikwissenschaft der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Zur Zeit forscht er zum Thema „Demokratische und Antidemokratische Politisierungstypen im deutsch-französischen Vergleich.“ Er ist auch Autor zahlreicher Artikel, u.a. zu demokratiefördernder Lehrerstrategien und Argumentationsanalysen gegen Rechtspopulismus im Unterricht, mit Fokus auf simulative Ansätze wie soziale Experimente sowie Plan- und Rollenspiele.

Moderation: Maike Vollstedt.

Diese Ringvorlesung ist hybrid, für den Zoom-Link bitte noellen@uni-bremen.de kontaktieren.

Workspace/Kolloquim | GRK 2686 Contradiction Studies

Minki Fela (University of KwaZulu-Natal): Entanglements of Science and Religion in making sense of Obstetric Violence

Entanglements of Science and Religion in making sense of Obstetric Violence: How 18th-century imperial religion perspectives on the black female shaped, and continue to shape healthcare practices towards black women in postcolonial South Africa.

The research argues that the current lack of persistently decent obstetric healthcare offered to black women in South Africa stems not just from poor service delivery and the lack of resources in public hospitals, but also from a series of medico-philosophical and theological-inflected views about the female body, and about the black female body in particular. Linking a racist-sexist colonial history to postcolonial reality in the South African healthcare system, the research seeks to influence and contribute to the development of effective policies for obstetric healthcare.

If you would like to participate, please register via the following email address: grk2686@uni-bremen.de

Further information can be found here.

Film Screening & Discussion | WOC Agora

Anja Dreschke (Köln) & Michaela Schäuble (Bern): Tarantism Revisited

TARANTISM REVISITED
Germany/Switzerland 2024 | colour, b/w | 105 min. | Trailer | Press Kit

Synopsis
Apulia, 1959: Women in white dresses dance ecstatically in a small chapel. They jump around, spin in circles, roll on the ground, some even climb the altar. They are said to have been bitten by a poisonous spider. Images of this ›dancing mania‹, which requires a ritual exorcism with music, have inspired Italian anthropologists to travel to southern Italy. Equipped with tape recorders, film and photo cameras, they tracked down the phenomenon known as tarantism. TARANTISM REVISITED follows the extensive archival traces of these research trips and visits the places and landscapes of their origins. This cinematic quest is framed by the unique correspondence between the anthropologist Annabella Rossi and Michela Margiotta alias Anna, a ‚tarantata‘. By interweaving images and voices from the past with the present, the film questions the complex history and diverse forms in which tarantism lives on today.

Filmvorführung und Diskussion mit den Filmemacherinnen Anja Dreschke (Köln) & Michaela Schäuble (Bern)

Moderation: Ehler Voss (Worlds of Contradiction Bremen)

https://www.tarantism-revisited.net/

Workshop | WOC Agora

Anja Dreschke (Köln) & Michaela Schäuble (Bern): Tarantism Revisited Werkstattgespräch

Nähere Informationen folgen.

Anmeldungen bitte an woc@uni-bremen.de

International Conference | WOC Research Center Digital Diaspora

Navigating Afro-Knowledges: Exploring Practices and Theories in Digital Diaspora Studies

More information will follow soon.

https://afroeuropecyberspace.uni-bremen.de/events/

Workshop | GRK 2686 Contradiction Studies

What Am I Doing Here? Power, Positionality, and Contradictions in Ethnographic Research

Ethnographic researchers can find themselves confronted with a deceptively simple question: What am I doing here? In the field, researchers regularly encounter moments of uncertainty, ethical tension, and contradiction, particularly when working from feminist and intersectional perspectives that foreground questions of power, positionality, and responsibility. This workshop explores how these contradictions of ethnographic research practice. The session will begin with a short impulse talk that reflects on ethical and methodological tensions in feminist ethnography. Drawing on my own research on feminist of color archives in Germany, the talk will share reflections from fieldwork and archival engagement to raise questions about responsibility, power, and desire in the research process. How do researchers navigate relationships of trust and accountability? What kinds of attachments and investments shape our engagement with archives, communities, and histories? And how can we critically reflect on our own positionalities within these encounters? Following the input, participants will be invited to discuss examples, questions, and uncertainties from their own research experiences. The workshop aims to create a space for collective reflection on the ethical and methodological contradictions of fieldwork, and on how researchers might engage with them reflexively and responsibly within their own projects.

The workshop will be held by Meryem Choukri, PhD (Frankfurt am Main).

The workshop will take place in person at U Bremen, GRA 2 – 0030 | Grazer Str. 2, 28359 Bremen. To register, please send an email to grk2686@uni-bremen.de.

Further information can be found here.

WOC Book Talk #4

Nicola Mühlhäußer (Bremen): Überschreitungen der Subjektlogik. Relationales Denken und anarchisches Leben

Lässt sich die zentrale Stellung des Subjekts überwinden, die unser gesellschaftliches Denken und Zusammenleben bis heute prägt? Trotz vielfältiger theoretischer Ansätze bleibt das Subjekt als grundlegende Instanz bestehen – es stabilisiert damit nicht nur bestehende Machtverhältnisse, sondern wirkt selbst als Träger einer tiefgreifenden, differenzierenden Gewalt. Statt nach neuen Formen der Subjektkritik zu suchen, vollzieht Nicola Mühlhäußer einen radikalen Perspektivwechsel: Im Zentrum steht das Denken jenseits des Subjekts. Inspiriert von Theoretiker*innen wie Gilles Deleuze und Félix Guattari, Saidiya Hartman und Paul B. Preciado, entwirft die Autor_in ein Konzept des Relationalen – ein Denken und Leben, das sich über feste Zuschreibungen hinwegsetzt, in ständiger Bewegung bleibt und neue Formen von Verbundenheit, Verantwortung und politischer Praxis erschließt.

Nach einer kurzen Einführung von Daniel Loick stellt Dr. Nicola Mühlhäußer ihre soeben erschienene Dissertation „Überschreitungen der Subjektlogik“ vor und wird mit Prof. Dr. Dagmar Comtesse (Universität Duisburg-Essen, Philosophie) über die Potentiale von queeren und relationalen Überschreitungen sprechen. Anschließend werden wir noch gemeinsam auf die Veröffentlichung anstoßen.

Teilnahme ist auch online möglich; es ist keine Anmeldung erforderlich: https://uni-bremen.zoom-x.de/j/66130736609?pwd=uhsDYxxAPRA30cHZvdSwqLDfsmuzb2.1

Vortrag | WOC Research Center Digital Diaspora

Kwanza Musi Dos Santos

Nähere Informationen folgen.

WOC intern

WOC Ratssitzung

Eine Einladung erfolgt zwei Wochen vor der Sitzung.

Vortrag | WOC Bremen NatureCulture Lab

Thiago Barbosa (Leipzig): Lithium Extractivism and Indigenous (Un)futurism in Brazil

Nähere Informationen folgen.

October

WOC intern

WOC Ratssitzung

Eine Einladung erfolgt zwei Wochen vor der Sitzung.

November

WOC intern

WOC Mitgliederversammlung

Eine Einladung erfolgt zwei Wochen vor der Sitzung.

2027

January

WOC intern

WOC Ratssitzung

Eine Einladung erfolgt zwei Wochen vor der Sitzung.