In seinem neu erschienenen Buch Soft-autoritäre Diskurspraktiken: Antidemokratische Normalisierung im Frankreich Macrons untersucht der Bremer Sprachwissenschaftler Hagen Steinhauer vom WOC Resarch Center Soft Authoritarianisms die zunehmende Normalisierung autoritärer und illiberaler Diskurse im Frankreich der Ära Emmanuel Macron. Seit Jahrzehnten ist Frankreich ein zentraler Schauplatz rechtsradikaler Hegemoniekämpfe, in denen Ideologien der Nouvelle Droite – rassistisch, antiintellektuell und anti-genderistisch – immer stärker Anschluss an den politischen und medialen Mainstream finden.
Das Buch analysiert präzise jene sprachlich-diskursiven Praktiken, durch die neu-rechte und konservative Strömungen Eingang in parlamentarische Debatten und öffentliche Kommunikation finden. Konzepte wie islamo-gauchisme oder wokisme markieren Momente, in denen radikale Exklusionsdiskurse in den Regierungsdiskurs übernommen und dort weiter normalisiert werden. Besonders kritisch zeigt Steinhauer auf, wie demokratisches und universalistisches Vokabular zwar behauptet, zugleich jedoch umgedeutet und ins Gegenteil verkehrt wird – ein Prozess, der die demokratische Diskursordnung von innen aushöhlt.
Im Gespräch mit Ulrike Flader gibt der Autor Einblicke in seine Analyse und diskutiert die Bedeutung dieser Entwicklungen für Frankreich und Europa. Die Veranstaltung bietet einen fundierten Blick auf aktuelle politische Diskurse und lädt zum Austausch über Sprache, Macht und demokratische Kultur ein.