Verhandlungspraxen

VerhandlngspraxenDer Projektbereich „Verhandlungspraxen“ legt ein Verständnis von Gesellschaften als heterogene Gemeinschaften zugrunde, in denen Widersprüchlichkeiten als Normalität angesehen werden. Diese lassen sich z.B. in gesellschaftlichen Normierungsprozessen beobachten und stellen in ihnen nicht nur wesentliche Auslöser, gleichsam Inhalte aber mitunter auch Folgen unterschiedlichster Verhandlungspraxen dar.
Im Rahmen kontinuierlicher gesellschaftlicher Transformationsprozesse können Verhandlungspraxen als soziale und kulturelle Praktiken konkrete soziale Praxeologien einzelner Individuen, Gruppen und Gemeinschaften sein, aber auch Textformen und Diskurse, Artefakte etc. und damit in vielen Fällen kulturelle Formen der Kommunikation.
Vor diesem Hintergrund widmen sich die einzelnen Teilprojekte zum einen in eher bildungswissenschaftlich orientierten Forschungsvorhaben institutionellen und situativen Rahmenbedingungen, der interaktiven Herstellung sowie den Effekten von Vermittlungs- und Aushandlungsprozessen in spezifischen Lehr- und Lernarrangements. Zudem stellen sich Fragen zu den Gestaltungsmöglichkeiten des oftmals von zahlreichen Widersprüchen geprägten Wandels von Schule und Lernkultur.

Zum anderen werden z.B. in geschichts- und literaturwissenschaftlichen Zugängen sowohl aus historischer wie auch gegenwartsbezogener Perspektive Fragen zum Verhältnis von Individuum und Gesellschaft sowie zu gesellschaftlichen Ordnungen gestellt. Im Fokus stehen dabei sowohl individuelle und kollektive Prozesse der Differenzierung zwischen dem ‚Selbst’, ‚Eigenem’ und ‚Anderem’ sowie auch Fragen nach der Aushandlung von Zugehörigkeit, Aus- und Abgrenzung von Gruppen mit spezifischen Charakteristika. Wie werden Lebensformen, Subjektivitäten aber auch Wissensordnungen autorisiert?

Der Projektbereich strebt demnach einen Brückenschlag zwischen eher geisteswissenschaftlichen und anwendungsorientierten Fächern an sowie enge Kooperationen mit unterschiedlichsten außeruniversitären Institutionen.